Gottes Liebe erfahren und weiterschenken
Kirche mit Hoffnung

Vergeben, dem Mörder meines Kindes?

März 2016

Ursula Link, 1955 in Duisburg geboren, lebt seit 1979 in Freiburg. Seit 1992 ist sie eine alleinerziehende Mutter von zwei Mädchen Steffi und Nadine, damals 8 und 6 Jahre alt. Sie können nach der Scheidung einen kleinen Stall mit Ponies und anderen Tieren neben Schule und Arbeit unterhalten und verbringen da viele schöne Stunden gemeinsam. In den Höhen und Tiefen des Lebens halten sie fest zusammen, immer ist eine für die andere da, bis in der Neujahrsnacht 2000 das Unfassbare geschieht…

…die Tochter von Ursula Link wird ermordet!

Ursula Link kommt am 20. März 2016 zu uns in die Gemeinde und erzählt im Gottesdienst ihre Geschichte. Sie erzählt uns, wie sie dem Mörder ihrer Tochter vergeben hat.

Vergeben, dem Mörder meines Kindes? Das hört sich unvorstellbar an. Dabei erinnere ich mich an eine Geschichte, die uns Menschen gerade das in einzigartiger Weise vorlebt.

Gottes Sohn wird Mensch. Er lebt drei Jahrzehnte unter den Menschen, lernt als Mensch und gleichzeitig als Gott unsere Gegenwart kennen. Widmet sein Leben mit ganzer Hingabe den Menschen und mit etwa 30 Jahren wird er von den Menschen verurteilt, gefoltert und mit Spott hingerichtet. Ungeheuerlich! Und jetzt frage ich nochmals: Vergeben, den Mördern meines Sohnes? Als hätten wir Menschen nicht schon genug Dreck am Stecken, bringen wir auch noch Gottes geliebten und einzigen Sohn um!

Gott hat uns, den Mördern seines Sohnes, vergeben! Er lädt uns sogar dazu ein, seine Freunde, ja seine Adoptivkinder, zu werden. Was ist das für ein Gott? Unfassbar!

Gottes Liebe übersteigt mein Fassungsvermögen. Wenn ich dann noch an all das Chaos denke, das seit ein paar tausend Jahren vom Menschen, auch gerade in unserer Zeit, veranstaltet wird, dann staune ich noch mehr, dass Gott Geduld hat und möchte, dass alle Menschen gerettet werden, wie wir in 2Petr 3,9-10 lesen:
Es ist also keineswegs so, dass der Herr die Erfüllung seiner Zusage hinauszögert, wie einige denken. Was sie für ein Hinauszögern halten, ist in Wirklichkeit ein Ausdruck seiner Geduld mit euch. Denn er möchte nicht, dass irgendjemand verloren geht; er möchte vielmehr, dass alle ´zu ihm` umkehren. Trotzdem: Der Tag des Herrn wird kommen, und er kommt ´so unerwartet` wie ein Dieb. An jenem Tag wird der Himmel mit gewaltigem Krachen vergehen, die Gestirne werden im Feuer verglühen, und über die Erde und alles, was auf ihr getan wurde, wird das Urteil gesprochen werden.

Das Gericht über jeden Menschen wird kommen. Nicht weil wir seinen Sohn umgebracht haben, sondern weil man ihn und seine Rettungstat ablehnt. Himmel und Erde werden vergehen. Gott macht alles neu. Einen neuen Begegnungsort für die Menschen, die Vergebung angenommen haben. Was für ein Geschenk, jetzt schon als von Gott Begnadeter leben zu dürfen!

Lasst uns diese Gute Nachricht – solange Gottes Geduld noch anhält – leben, verkörpern und weitersagen. Dazu dient auch der Morgen mit Ursula Link. Beten wir dafür und lasst uns einladen, wir haben die beste Botschaft dieser Welt. Vergebung ist möglich!

Mit herzlichem Gruss
Stefan Kym