Gottes Liebe erfahren und weiterschenken
Kirche mit Hoffnung

500 Jahre Reformation – was ist geblieben?

Januar 2017

Am 31. Oktober 1517 schlug Martin Luther seine 95 Thesen gegen die Missstände der Kirche seiner Zeit an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg. Diese legendäre Veröffentlichung gilt als Ausgangspunkt der weitverbreiteten Reformation. Was ist davon geblieben?

Die Reformation lässt sich in fünf Solas (lat. allein) zusammenfassen:

  • Sola Fide (allein der Glaube)
  • Sola Scriptura (allein die Schrift)
  • Sola Christus (allein Christus)
  • Sola Gratia (allein die Gnade)
  • Soli Deo Gloria (Gott allein gehört die Ehre)

Sola Fide ist der Glaubensartikel, mit dem die Kirche steht oder fällt. Der Mensch wird vor Gott allein durch Glauben und nicht durch Werke gerecht (vgl. Römerbrief 3,28).

Sola Scriptura definiert die einzige Quelle und Norm für den Sola Fide. Die ganze Bibel ist Gottes Wort und verbindlicher Massstab für Glauben und Leben (vgl. 2. Timotheus 3,16-17).

Sola Christus weist darauf hin, dass es neben Jesus Christus keinen Mittler oder Helfer gibt, um in den Himmel zu kommen. Der stellvertretende Tod von Jesus erlöst den Menschen von aller Sünde und schafft die Verbindung mit Gott dem Vater im Himmel (vgl. 1. Timotheus 2,5-6).

Sola Gratia betont, dass die Erlösung des Menschen ein Geschenk Gottes ist. Der Mensch ist geistlich tot und muss von Gott zum Leben erweckt werden. Anschliessend hat der Mensch die Möglichkeit, Gottes Geschenk anzunehmen oder abzulehnen (vgl. Epheserbrief 2,4-10).

Sola Deo Gloria verwirft die Idee, dass Heilige (Menschen) irgendwelche Ehre empfangen können. Gott allein bewirkt die Erlösung, darum gehört ihm allein die ganze Ehre (vgl. Römerbrief 11,36).

Als Freie Evangelische Gemeinde (FEG) fragen wir uns: «Wo stehen wir als Kirchen (FEG) heute?» Wie hat sich die Reformation im Laufe der letzten 500 Jahre entwickelt? Die Aufklärung, der Pluralismus und Säkularismus haben viel Gutes bewirkt. Leider haben sie auch die Grundlagen der Reformation weitgehend verleugnet. Dürfen wir das? Die Grundlagen der Reformation entstammen aus der Schrift, der Bibel, Gottes Wort. Die Kritik an Gottes Wort macht uns orientierungslos.

Ich meine, dass wir dringendst eine Reformation im Sinne Martin Luthers brauchen. Er ging zurück zur Wurzel des Glaubens, zum Wort Gottes. Daraus hat er den Glauben und die Kirche seiner Zeit neu definiert.

Als Freie Evangelische Gemeinde wollen wir uns bewusst neu an den fünf Solas ausrichten. Wir werden damit keine perfekte Kirche, weil wir aus Menschen bestehen und Menschen sind fehlerhaft. Das ist auch gut so, denn wir sind allein aus Glauben, der die Schrift definiert, durch Jesus Christus gerettet. Aus Gnade allein, daher gehört auch Gott allein die Ehre.

Im Jahr 2017 will die FEG Effretikon zurück zu den Wurzeln. Die Apostelgeschichte ist die Geschichte des Heiligen Geistes mit seiner Kirche. Dies war, wie zu Luthers Zeiten, eine Zeit der Reformation. In 37 Predigten wird übers Jahr verteilt die Apostelgeschichte erklärt und gemeinsam nach Anwendungen gesucht. Was sagt uns Gott heute noch durch sein Wort? Wollen Sie neu die Kraft des Heiligen Geistes erleben? Die Geschichte des Heiligen Geistes mit seiner Kirche wurde nicht mit dem 28. Kapitel der Apostelgeschichte abgeschlossen. Seine Geschichte geht weiter bis in unsere Zeit. Zum Jahresthema «Kraftvoll Leben im Heiligen Geist» ist jeder ganz herzlich eingeladen. Sie können die Predigten auch auf der Homepage nachhören, wobei wir uns über eine persönliche Begegnung freuen würden.

Mit herzlichem Gruss
Stefan Kym