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Kirche mit Hoffnung

Gnade bestimmt dein Leben - wirklich?

Juli/August

Gnade bestimmt dein Leben – wirklich?

Freust du dich über das Gesetz, die Bibel? Die Bibel ist voller Anforderungen. Sie stellt uns Jesus als perfektes Vorbild vor Augen. Freust du dich, dass du Jesus ähnlicher werden sollst? Oder vergehst du vor Schuld und Scham, weil du das Gesetz, die Bibel, nicht halten kannst? Bekümmert es dich, dass du so weit von dem weg bist, was Jesus, der ganz Mensch war, uns vorgelebt hat? Kannst du dich über die Bibel, Gottes Wort, sein Gesetz, freuen oder ist es dir eher eine Last? Bestimmt die Gnade Gottes dein Leben?

Wie können wir uns über das Gesetz, die Bibel, freuen? Hast du Lust/Verlangen nach dem Gesetz des Herrn, wie wir dazu in Ps 1,2 eingeladen werden?  Wenn wir die Bibel lesen, dann spiegelt sie uns oft, wie unvollkommen und klein wir sind. Sie zeigt uns, wie gross Gott, seine Macht und Herrlichkeit ist und was er tun möchte. Uns kommt dabei nicht die Ehre zu, die gehört ihm! Will ich mir das wirklich antun? Wie kann ich mich über das Gesetz, freuen?

Wir können uns deshalb über das Gesetz, die Bibel, freuen, weil das fleischgewordene Gesetz, Gottes Wort, in die Welt kam, um für uns zu sterben. Jesus hat uns durch seinen Tod mit dem Vater im Himmel versöhnt, um das ganze Gesetz zu erfüllen! Ohne Jesus ist das Gesetz Gottes nichts als ein Fluch, ein Zeuge, der gegen uns aussagt (Gal 3,10-11). Gott sei Dank! hat Jesus das ganze Gesetz für uns gehalten:

2Kor 5,21: Den, der ohne jede Sünde war, hat Gott für uns zur Sünde gemacht, damit wir durch die Verbindung mit ihm die Gerechtigkeit bekommen, mit der wir vor Gott bestehen können.

Röm 2,27: …er erfüllt das Gesetz

Jesus Christus ist es, der das Gesetz erfüllt und gehalten hat. Wir werden nicht gerettet, weil wir das Gesetz halten, sondern weil Er es getan hat und uns seine Gerechtigkeit schenkt.

Kol 2,14: Den Schuldschein, der auf unseren Namen ausgestellt war und dessen Inhalt uns anklagte, weil wir die Forderungen des Gesetzes nicht erfüllt hatten, hat er für nicht mehr gültig erklärt. Er hat ihn ans Kreuz genagelt und damit für immer beseitigt.

Jetzt kann ich mich über das Gesetz, die Bibel, freuen. Das Gesetz ist gut (Röm 7,12; 1Tim 1,18)! Ich muss es nicht halten damit ich gerettet werde, sondern ich will es halten, weil es mir guttut und ich Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist liebe. Jesus ist es, der uns in den Stand setzt, im Endgericht nicht mehr gerichtet, sondern im Preisgericht nur noch belohnt zu werden. Trotz unserem Versagen, er hat nie versagt, seine Gerechtigkeit ist unsere Gerechtigkeit! Wenn ich an Gott glaube, dann glaube ich ihm auch, dass sein Gesetz gut ist. Glauben heisst vertrauen, selbst dann, wenn ich nicht alles verstehe und ich mich manchmal lieber über sein Gesetz hinwegsetzen möchte, selbst dann vertraue ich ihm, weil er mein grosser, über alles erhabene Papi ist, der weiss was uns guttut. Gott zu vertrauen, ihm zu gehorchen ist keine Frage der Gesetzlichkeit, sondern eine Frage der Liebe. «Liebst du mich?», das ist die Frage, die Gott uns stellt. Zu versagen, zu sündigen, das Gesetz zu übertreten, ist immer schmerzhaft und manchmal bringt es unangenehme Konsequenzen mit sich. Aber, Umkehr, Vergebung ist jederzeit möglich. Die Gnade Gottes ist jeden Morgen neu! Egal wie oft du sündigst und wie schlimm deine Sünde ist. Er bietet dir seine Gerechtigkeit an. Nimm sie an uns lass dich durch seine Gnade erneuern (siehe dazu Editorial März – April).

P.T. Forsyth schreibt: «Unsere Gotteskindschaft ist eine Sache des Glaubens. Unsere Erfahrung spricht oft dagegen. Nur der Glaube, der sich über die eigene Wirklichkeit hinwegsetzt, vermag sich an dem Feuer der Liebe Gottes zu erwärmen. Dann braucht er Liebe und Selbstannahme nicht mehr aus anderen Quellen zu stehlen. Hier liegt in Wahrheit die Wurzel der Heiligkeit … Wir werden nicht durch die Liebe gerettet, die wir üben, sondern durch die Liebe, der wir vertrauen.»[1]

Fortsetzung folgt:

September – Oktober: Gnade oder Gesetzlichkeit

 

 

Mit liebem Gruss

Stefan Kym



[1] Lovelace, Richard 1984. Theologie der Erweckung. Marburg/Lahn: Franke, S. 202.