Gottes Liebe erfahren und weiterschenken
Kirche mit Hoffnung

Das Jüngste Gericht findet statt

November/Dezember 2017

Nach drei Editorials zum Thema: „Gnade“ erlaube ich mir ein nicht ganz einfaches Thema anzusprechen: „Das Jüngste Gericht“.

Martin Luther entdeckte vor 500 Jahren neu die Antwort auf die Frage: „Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“ Wozu brauchte er (und wir) Gnade, wenn es am Ende kein Jüngstes Gericht mehr gibt, wenn eh alle irgendwann doch gerettet werden? In vielen Landes- und teilweise auch Freikirchen ist ausschliesslich von der Liebe Gottes die Rede. Es wird die Lehre der „Allversöhung“ vertreten. Alle kommen irgendwann zu Gott in den Himmel. Die Botschaft in den Gottesdiensten dreht sich mehrheitlich um den lieben Gott, oder wie wir unser Leben verbessern können, wie wir frei werden von Krankheiten oder Lasten. Nicht, dass ich etwas gegen topaktuelle Predigten wie Ehe, Kindererziehung, das Leid in der Welt und soziale Ungerechtigkeit hätte. Wir brauchen solche Themen, aber ist es nicht genauso brandaktuell, im wahrsten Sinne des Wortes, über das Jüngste Gericht und Himmel und Hölle nachzudenken?

Immer mehr Theologen neigen dazu eine Hintertüre offen zu lassen. „Macht euch um euer Seelenheil keine Sorgen! Die Botschaft von Gericht, Strafe und Hölle ist nur Angstmacherei. So dürfen wir Christen nicht mehr auftreten. Gottes Business ist und bleibt die Vergebung. Die Hölle wird am Ende leer sein, denn wie könnte ein liebender Gott seine Geschöpfe ewig sich selbst überlassen?“ „Allversöhnung“ ein herrliches Zauberwort!? Ob jemand persönlich an Christus glaubt oder nicht, ist nicht so entscheidend. Die Liebe Gottes überstrahlt angeblich alles und wird wie eine grosse Welle alles übergiessen. Was soll dann z.B. die Aussage in Joh 14,6: »Ich bin der Weg«, antwortete Jesus, »ich bin die Wahrheit, und ich bin das Leben. Zum Vater kommt man nur durch mich., in Verbindung mit Joh 1,12: All denen jedoch, die ihn aufnahmen und an seinen Namen glaubten, gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden.? Das soll mir bitte einer erklären!

Weite Teile der evangelischen Theologie sind in die Sackgasse des Liberalismus gelaufen. Denn in der Bibel lese ich etwas anderes, das man nur mit grossen Verrenkungen aus der Welt schaffen kann. Gott ist heilig und gerecht. Er wird deshalb auch zornig. Er widersteht der Sünde und richtet sie. Niemand kommt automatisch in den Himmel. Gott lässt uns diese letzte Freiheit! Jesus ist der einzige Weg in den Himmel und dieser muss bewusst beschritten werden. Damit ist eine Frage gelöst aber viele andere entstehen. Wie z.B.: „Was ist mit den Menschen, die nie von Jesus gehört haben?“ Auch darauf gibt es Antworten. Dies jedoch erst in der kommenden Predigtreihe.

Im Alten, wie auch im Neuen Testament, gibt es eindeutige Aussagen, die ein Jüngstes Gericht ansprechen.

Dan 12,2: Und viele von denen, die im Erdenstaub schlafen, werden erwachen, die einen zu ewigem Leben und die anderen zu Schmach, zu ewigem Abscheu.

Mt 24,41: Dann wird er denen zur Linken sagen: Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist für den Teufel und seine Engel!

 

Viel deutlicher könnte Jesus wohl kaum vom Jüngsten Gericht und der Hölle reden. Was ist unser Massstab? Unser Wunschdenken, oder Gottes unfehlbares Wort? Ich meine es ist an der Zeit, dass wir uns wieder einmal intensiv mit Himmel und Hölle beschäftigen. Nicht um Angst zu machen, sondern um fröhlich in die Zukunft zu blicken! Ab dem 21. Januar 2018 starten wir mit einer Predigtreihe zum Thema: „Himmel und Hölle“. Dabei wollen wir uns mit den Fakten auseinandersetzen und praktische Schlüsse ziehen. Diese Reihe ist auch für Gäste geeignet. Ladet doch dazu ein, es wird sich lohnen. Gleichzeitig werde ich das gleichnamige Buch, das neu erscheint, auf Spendenbasis zur Verfügung stellen. Es soll uns in dieser Predigtreihe begleiten und das Thema Himmel und Hölle vertiefen.

 

 

Mit herzlichem Gruss

Stefan Kym