Gottes Liebe erfahren und weiterschenken

Kirche mit Hoffnung

20 Jahre-Jubiläum

Mai 2012
„Ihr sollt merken, dass ein lebendiger Gott unter euch ist.“ (Josua 3,10)

Am letzten Donnerstag im April ist ganz leise und fast unbemerkt ein Jubiläum an unserer Gemeinde vorbeigezogen. Am 26. April vor genau 20 Jahren sind unsere Räumlichkeiten hier an der Industriestrasse 3 mit einem feierlichen Gottesdienst eingeweiht worden. Das ist eine lange Zeit. Ich selber war damals noch keine 40 Jahre alt und ein Familienvater von Jungteenagern. Von den rund 60 Teenies, jungen Erwachsenen und Teamlern, die heute an unseren Jugendanlässen teilnehmen, war damals erst knapp ein Viertel auf der Welt!

Dank einiger Fotos, die es von diesem Einweihungsgottesdienst gibt, kann ich mich noch vage an diesen Anlass erinnern. Jan Stifter, unser damaliger Pastor, hat eine Festpredigt gehalten. Die Brassband aus der FEG Wetzikon hat für den festlichen Musikrahmen gesorgt. Von den befreundeten Freikirchen aus der Region waren Vertreter anwesend und haben ein Gruss- und Segenswort überbracht. Sogar unser Vermieter und seine Frau haben an diesem Gottesdienst teilgenommen. Es waren ungefähr 130 Leute anwesend, viele davon geladene Gäste. Der Saal war voll!

In diesen vergangenen 20 Jahren hat unsere Gemeinde keine spektakuläre Geschichte geschrieben, die landesweit für Aufsehen gesorgt hätte. Wir haben kein explosives Wachstum erlebt. Wir haben nicht wegen Platznot einen neuen Gemeindesaal bauen müssen. In Effretikon ist keine Erweckung ausgebrochen. Was Gott in dieser Zeit gewirkt hat an all den Menschen, die bei uns ein- und ausgegangen sind, lässt sich nicht so ohne weiteres auflisten. Viel Bedeutendes ist im Verborgenen geschehen. Dass Gott Grosses gewirkt hat, steht ausser Zweifel. Viele Menschen haben in den letzten 20 Jahren Jesus Christus kennen gelernt, weil es hier am Ort eine FEG gibt. Noch viel mehr Leute haben zu einer innigeren Beziehung zu ihrem Erlöser gefunden. Wenn alle diese Menschen heute noch unsere Gemeinde besuchen würden, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten während einer gewissen Zeit regelmässig unsere Gemeinde besucht haben, dann könnten wir in unserem Gottesdienstsaal heute nur Stehplätze anbieten, weil es für Stühle schon längst keinen Platz mehr hätte. Viele von ihnen haben Unterschlupf in anderen Gemeinden gefunden. Unsere FEG hat zweifelsohne zum Breitenwachstum der Christen in der Region beitragen können. Das ist nicht unser Verdienst – unser Himmlischer Vater hat dies geschenkt. Wir haben allen Grund Ihm dafür dankbar zu sein.

Etwas fällt mir auf: Seit Mitte der 90er Jahre hat sich die Zahl der Gottesdienstbesucher bei rund 100 eingependelt (+/-10). Wir haben uns in der Gemeindeleitung oft Gedanken gemacht, wie wir die „Schallmauer“ von 120 Besuchern durchstossen könnten. Auch hat die Gemeinde für Wachstum gebetet, aber geändert hat sich nichts – bis vor einigen Monaten!!! Seit einigen Monaten zählen wir konstant 140 Gottesdienstbesucher, manchmal auch mehr. Woran mag das liegen? Am neuen Pastor? An den Teilzeitangestellten in der Jugend- und Kinderarbeit? An der Harmonie in der Gemeindeleitung? – Nein! Es liegt an Gott! Er hat diesen Wachstumsschritt geschenkt.Einfach so. Wir dürfen uns darüber riesig freuen und uns bei Ihm bedanken.

Dies bringt mich auf folgende Gedanken: Sind 20 Jahre in den Räumlichkeiten an der Industriestrasse 3 genug? Läuft unsere Zeit hier langsam ab? Mit 140 Besuchern ist der Saal voll. Weiteres Wachstum ist kaum mehr möglich, weil ein voller Saal weitere Besucher eher abhält, behaupten ausgewiesene Gemeindebauer. Überdies stossen wir seit Jahr in den hinteren Räumen schon längst an Grenzen.

Was sollen wir tun in dieser Situation? Erwarten wir von unserem Gott Grosses? Vertrauen wir Gott, der uns in den letzten Jahren treu durchgeholfen hat, dass er auch weiter für uns sorgen wird? Trauen wir Ihm zu, dass Er das Unmögliche schafft und uns eine Tür öffnet zu grösseren, geeigneteren und erschwinglichen neuen Räumen? Ich rufe darum die Gemeinde zum Gebet auf! Seit Jahren haben wir als Gemeindeleitung die Augen offen und versuchen keine Gelegenheit zu verpassen, wie wir zu neuen und grösseren Räumlichkeiten kommen. Aber nichts hat sich ergeben. Dabei haben wir doch einen Gott, der Wunder tun kann! Wenn Er nicht eingreift, werden wir selber keine befriedigende Lösung finden. Darum ringen wir doch im Gebet darum, dass Gott vor unseren Augen ein Wunder tut und uns eine Gelegenheit schenkt in neue und grössere Räumlichkeiten umzuziehen!

Ich habe nichts gegen Jubiläen. Auch das 25-Jahr-Jubiläum unserer Räumlichkeiten an der Industriestrasse 3 würde uns mit Dankbarkeit gegenüber Gott erfüllen. Aber ich persönlich würde mich an einem weiteren Einweihungsgottesdienst in neuen Räumen mit Wachstumspotential noch viel mehr freuen. Und ich meine, dass Gott auch Seine Freude daran haben würde.

„Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich.“ (Lukas 1,37)

Jürg Kassu, Gemeindeleiter