Gottes Liebe erfahren und weiterschenken

Kirche mit Hoffnung

Es pfeift in den Ohren

November 2015

Es pfeift in den Ohren. Tinnitus, diese Erfahrung machte ich während mehreren Jahren. Angefangen hat es in meiner Studienzeit in Korntal. Der Berg von zu bewältigendem Lernstoff schien für mich zu hoch. Ich war ständig wie unter Strom, hatte Mühe mit dem Schlaf, wachte mitten in der Nacht schweissgebadet auf und plötzlich war es da.

Sobald es still wurde, ein störender Pfeifton, der jede Ruhe zur Tortur machte. Pfeifen beim Studieren, pfeifen beim Lesen, am schlimmsten war das Pfeifen, wenn ich mich ins Bett legte und es absolut ruhig war. Wir lebten auf dem Land in Sielmingen Deutschland – schön ruhig. Pfeifen, Pfeifen und nochmals Pfeifen. Tinnitus, eine unheilbare Krankheit. Muss das wirklich sein? Mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt, es pfeift einfach.

Wir haben soeben mit unserer Predigtreihe: „Mit Gott reden – Gebet“ gestartet. Dabei liegen nicht nur noch 6 Gottesdienste vor uns, um das Gebet und Gott besser zu VERSTEHEN, sondern auch vier Kleingruppenabende, um das Verstandene zu VERTIEFEN und ganz entscheidend, vier gemeinsame Gebetsabende in den Räumen der FEG Illnau-Effretikon um ANZUWENDEN. Beziehung lebt nicht vom Wissen, sondern von der Kommunikation. So wollen wir ganz bewusst Zeit mit Gott in der Stille, im Gebet, in der Kommunikation verbringen. Zum Gebet gehört auch die Stille, das Hören auf Gott. Darum lese ich in meiner „Stillen Zeit“ die Bibel. Dort spricht Gott zu mir und ich gebe ihm Antwort im Gebet.

Psalm 46,11: Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin!
Das Stillsein vor Gott ist wesentlich, um Gott zu erkennen, zu erleben. Dabei geht es nicht um akustische Ruhe. Es geht mehr darum, Gott seine Not zu bringen und dann abwarten, still halten und erkennen, sehen, wie er die Schlacht gewinnt. Das war immer wieder die Erfahrung vom Volk Israel. Gott hat für sein Volk gekämpft und den Sieg errungen.

So passierte es auch in meinem Alltag. Irgendwann habe ich mich mit dem Pfeifen abgefunden. Da tat Gott das Wunder und heilte mich. Heute pfeift es nicht mehr. Da kann ich nur sagen: „Danke Gott, dass du mir diese Stille wieder neu geschenkt hast und ich dich dabei als Gott erkannt habe. Danke, dass du eingreifst und heilst. Nicht immer, aber immer wieder.“ Gebet ist eine wunderbare Möglichkeit, vor Gott ruhig zu werden. Wir dürfen ihm alles anvertrauen. Vor allem dürfen wir im Gebet unsere Beziehung mit ihm pflegen, ihm alles anvertrauen und erleben, wie er sich als Gott erweist. Dazu bist du eingeladen.

Mit hoffnungsvollen Grüssen
Stefan Kym