Gottes Liebe erfahren und weiterschenken

Kirche mit Hoffnung

Gesunde Gemeinde

Juli 2012

... – Insel der Ermutigung in einer zerstrittenen Gesellschaft

Paulus schreibt aus dem Gefängnis im Philipperbrief 4,8-9 Folgendes: Und noch etwas, Geschwister: Richtet eure Gedanken ganz auf die Dinge, die wahr und achtenswert, gerecht, rein und unanstössig sind und allgemeine Zustimmung verdienen; beschäftigt euch mit dem, was vorbildlich ist und zu Recht gelobt wird. (9) Haltet euch bei allem, was ihr tut, an die Botschaft, die euch verkündet worden ist und die ihr angenommen habt; lebt so, wie ich es euch gesagt und vorgelebt habe. Dann wird der Gott des Friedens mit euch sein.

Wenn einer das Recht gehabt hätte über erfahrenes Unrecht, Verfolgung, Gefangenschaft und versagende Gemeindeglieder zu klagen, dann Paulus. Er hat viele Gemeinden gegründet. Aber wie haben sich diese zum Teil entwickelt und verhalten? Paulus will, dass wir unsere Gedanken auf die Dinge richten, die wahr und achtenswert, gerecht, rein und unanstössig sind und allgemeine Zustimmung verdienen. Wir sollen uns mit dem beschäftigen, was vorbildlich ist und zu Recht gelobt wird. Wir sollen uns an die Gute Nachricht halten und so leben, wie Paulus es soeben gesagt und vorgelebt hat. Dann werden wir Gottes Frieden erleben. Dann werden wir Inseln der Ermutigung in einer zerstrittenen Welt. Sind wir das?

Eine kritiksüchtige und zerstrittene Gesellschaft

Nach meinem Empfinden gibt es in der Gesellschaft wenige, die das Gute und Wahre im Blick haben. Vielmehr wird kritisiert, abgebaut, entlassen, gemobbt um mehr Gewinn, mehr Erfolg, grösseres Ansehen zu erwirtschaften. Führt dies zu einer besseren Gesellschaft? Werden durch Gewinnmaximierung die Menschen glücklicher? Wenige vielleicht, kurzfristig ja. Aber die grosse Masse? Durch ein ständiges Nörgeln und Kritisieren wächst viel mehr Pessimismus, Unzufriedenheit und Überforderung. Das hat negative Auswirkungen auf unser Gesellschaftsklima, die Arbeitsleistung und letztlich auch auf den tatsächlichen Gewinn. Auch in den politischen Wahlkämpfen wird der Gegner möglichst vernichtend dargestellt. Die Gegner lassen an der anderen Partei nichts Gutes. Mit schlechten Wirtschaftsprognosen werden die Menschen eingeschüchtert. Die Krise schreitet umso schneller voran. Es kommt zu einer sich selbst erfüllenden Prophetie.

Manche Ehepaare vergiften ihre Zweisamkeit durch Nörgeln und Kritisieren. Ebenso leiden viele Kinder unter fehlender Wertschätzung. Den Eltern und Lehrpersonen können sie es nie recht machen. Stören wir uns über das destruktive Verhalten mancher Jugendlicher? Bei dem Mangel an Lob und Anerkennung sollte es uns nicht wundern. Kritiksüchtige Menschen sind zutiefst undankbare Menschen. Sie sind oft selber nicht in der Lage, Lob und Anerkennung anzunehmen. Noch weniger wollen sie das Gute sehen und Wertschätzung zum Ausdruck bringen. Paulus wusste, warum er den Blick auf das Gute und nicht auf das Schlechte richtete. Kritik zerstört, Dank und Lob ermutigt.

Und wir? Sind wir eine gesunde Gemeinde, eine Insel der Ermutigung?

Wie einfach wäre es jetzt zu kritisieren. Nicht wahr? Lasst uns zuerst auf das Gute sehen, auf das, was Lob und Anerkennung verdient. Ein paar kurze Streiflichter sollen uns zu tiefer Dankbarkeit führen: Wir haben einen guten und einzigartigen Gott! Wir sind von ihm geliebt. Er schenkt uns eine gewaltige Botschaft, die für uns gilt und auch für unsere Freunde und die ganze Welt. Wir haben in der Gemeinde viele Mitarbeiter, die treu und gut ihren Dienst tun. Vielen Dank! Menschen finden in unseren vielschichtigen Angeboten Jesus Christus, Heilung von Verletzungen, zu einem gesunden Christusbewusstsein, Freude am Leben, Begleitung in Not, praktische und finanzielle Hilfeleistung. Ich höre und sehe, wie Einzelnen persönlich aber auch öffentlich Lob und Anerkennung ausgesprochen wird. Menschen wird „danke“ gesagt. Traurige werden getröstet, Kranke werden abgeholt, gefahren und besucht. Menschen werden gelehrt, begleitet und gefördert. Geld wird gespendet. Und es wird gebetet – ich könnte so weiterfahren. Da komme ich ins Schwärmen. Ich bete und sage Gott Dank. Wir sind eine Insel der Ermutigung in einer zerstrittenen Gesellschaft. Zumindest teilweise.


Kritiksüchtige Gemeinde?

Auch das gibt es. Manchmal herrscht ein Klima der Kritik, der Entmutigung. Fehler passieren und dann gibt es einen auf den Deckel. Dinge verändern sich und manche ziehen sich schmollend zurück. Verletzungen passieren und echte Vergebung wird nicht gelebt. Wenn es dann dem Einen oder Anderen gar nicht mehr passt, wechselt er die Gemeinde. Solidarität ist oft eher klein geschrieben dann, wenn einmal Entscheidungen getroffen werden, die einem nicht gefallen. Auch im Ältestenrat sind wir oft mit Problemen und Negativem beschäftigt. Viel lieber würde ich Positives planen und in Angriff nehmen. Gemeinde kann zerfressen und krank werden durch Kritiksucht, Pessimismus und dem ständigen Suchen des Haars in der Suppe. Kranke Gemeinden können in einer zerstrittenen Gesellschaft nichts bewirken. Sie werfen ein schlechtes Licht auf Gott, der gesagt hat: Die Freude am Herrn ist eure Stärke. (Neh 8,10).


Gemeinde am Lernen

Sind wir nun eine Insel der Ermutigung oder sind wir es nicht? Wir sind eine Gemeinde, die am Lernen ist. Vermeide bitte, dass wir perfekt sein sollten, das ruft nur permanente Kritik hervor. Perfektion ist nicht das Ziel. Wie können wir lernen eine Insel der Ermutigung zu sein trotz unseren Schwächen? Wie es Paulus schon sagte: Richtet eure Gedanken ganz auf die Dinge, die wahr...

  1. Richte deinen Blick auf Gott. Er ist gut, wahr, perfekt, liebend und und und. Das wird uns zu tiefer Dankbarkeit führen. Und uns helfen, die folgenden Schritte in Angriff zu nehmen. Ganz nach unserem Gemeindemotto: VON GOTT GELIEBT UM ZU LIEBEN
  2. Erkenne deine Kritiksucht, dein negatives Reden (falls vorhanden). Bitte Gott um Vergebung, tue Busse und kehre um.
  3. Treffe eine bewusste Entscheidung, ein Klima der Ermutigung und Wertschätzung zu fördern und zu leben.
  4. Lerne indem du es tust, bewusst anderen zu danken für das, was sie tun, z.B. deine Kinder betreuen während dem Gottesdienst. Bringe bewusst Wertschätzung und Lob zum Ausdruck, z.B. „Mein Kind kommt richtig gerne in die Kinderhüeti. Ihr macht das super!“ Nehmt euch in euren Teams Zeit über das Vergangene, das Gelungene nachzudenken, freut euch darüber und dankt Gott und einander. Wir müssen es in unserer Gemeinde und Gesellschaft lernen, einander zu loben, einander Wertschätzung entgegen zu bringen. Denkt nicht nur das Gute, sagt es auch! Lobe den Anderen nicht nur für das, was er tut, sondern auch wie er ist. Wenn wir all das tun, dann loben wir letztlich nicht einfach Menschen für das, was sie tun und sind, sondern wir loben letztlich unseren Schöpfer, der mit uns sein Reich baut.
  5. Überprüfe zwischendurch deine Haltung. Bist du noch ein Ermutiger? Lenkst du deine Blicke auf das Gute, wie es die Bibel sagt? Bist du von Herzen dankbar und darum grundsätzlich zufrieden? Versagen gehört zum Menschsein laufend dazu. Wichtig ist, wieder von Neuem anzufangen! Also zurück zu 1.

Paulus gibt uns dazu eine gewaltige Verheissung:

Lebt so, wie ich es euch gesagt und vorgelebt habe. Dann wird der Gott des Friedens mit euch sein.

Gesunde Gemeinden leben ein Klima der Ermutigung und werden attraktive Inseln des Friedens in einer zerstrittenen Welt.

Als Lernender grüsse ich dich herzlich
Stefan Kym