Gottes Liebe erfahren und weiterschenken

Kirche mit Hoffnung

Gott verlässt uns nicht

November 2013

Gepriesen sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus! Denn er ist ein Vater, der sich erbarmt, und ein Gott, der auf jede erdenkliche Weise tröstet und ermutigt. 4 In allen unseren Nöten kommt er uns mit Trost und Ermutigung zu Hilfe, und deshalb können wir dann auch anderen Mut machen, die sich ebenfalls in irgendeiner Not befinden: Wir geben ihnen den Trost und die Ermutigung weiter, die wir selbst von Gott bekommen. 5 Genauso nämlich, wie wir in ganz besonderem Mass an den Leiden von Christus teilhaben, erleben wir durch Christus auch Trost und Ermutigung in ganz besonderem Mass. 6 Wenn wir also Nöte durchmachen, geschieht das, damit ihr die mutmachende und rettende Kraft Gottes erlebt. Und wenn wir getröstet und ermutigt werden, bedeutet das auch für euch Trost und Ermutigung; es hilft euch, standhaft die gleichen Leiden zu ertragen wie wir.
(2. Kor. 1,3-6)

Rick Warren, ein bekannter Pfarrer in den USA und seine Frau Kay, haben Tragisches erlebt. Ihr 27-jähriger Sohn hat sich dieses Jahr das Leben genommen. Er litt unter psychischen Störungen. Nach einer vier-monatigen Auszeit veröffentlichte Idea Auszüge aus Warrens erster Predigt nach seiner Rückkehr. Etwas gekürzt und angepasst einige Gedanken daraus.

Gott verspricht in der Bibel, dass er uns nicht verlassen wird z.B. Hebr 13,5: Gott selbst hat versprochen: „Ich werde dich nie vergessen und dich niemals im Stich lassen.“ Am Tag als Matthew (so hiess ihr Sohn) starb, kam ihm in den Sinn: „Gott weiss, wie das ist, wenn man seinen Sohn verliert.“ Viele haben ihn gefragt: „Wo war Gott, als Matthew starb?“ Warren gab zur Antwort: „Er war ebenso da wie am Tage, als sein Sohn am Kreuz starb. Er weinte, er trauerte.“

27 Jahre lang betete Warren jeden Tag, dass Gott seinen Sohn heilen würde. Das Leben seines Sohnes war voller Qual und Schmerz. Die Gebete sind nicht erhört worden und das war für ihn unverständlich. Sie hatten die besten Ärzte, Medizin usw. Abertausende aus Gemeinde und Umfeld beteten und trotzdem keine Heilung. Als Matthew starb, schrieb er in sein Tagebuch: „Ich will lieber mit Gott leben und keine Antwort auf meine Fragen bekommen, als ohne ihn zu leben und alle Antworten zu kennen.“ Erklärungen helfen nicht, wenn wir vor Schmerz vergehen. Wir brauchen in tiefster Not nicht Erklärungen, sondern Gott.

Auf die Frage nach dem „Warum“ gibt es oft keine Antwort. Das Leben stellt uns diese Frage und wir können nur sagen: „Das Leben erscheint manchmal sinnlos, aber wir wissen, dass wir Frieden haben können, weil Gott bei uns ist und uns liebt.“ Auf die Frage, wie sie als Familie mit diesem schweren Schlag fertig geworden sind, antwortet Warren: „Durch das, was wir wissen. Denn unser Leben gründet nicht im Treibsand des Zeitgeistes: Unser Leben ist auf Fels gebaut, auf den festen Grund der Bibel. Was immer uns auch schrecken mag, wir kennen einige unwandelbare Wahrheiten.“

In der Trauer werden meist sechs Phasen durchlebt:

  1. Schock: Das Schlimme wird als Traum erlebt, es scheint nicht real zu sein.
  2. Tiefe Betrübtheit: So wie Jesus weinte und traurig war, sind auch wir traurig und am Weinen.
  3. Kampf: Die Frage nach dem „Warum“ kommt hoch; Jesus fragte am Kreuz: mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
  4. Ergebung: Wir hören auf, Fragen zu stellen und fangen an, die Realität anzunehmen. Hier beginnt der Weg zum Frieden, zur Heilung.
  5. Heiligung: Aus dem Leid entsteht Gutes. Gott nimmt die Situation und macht uns ihm ähnlicher. Hier wächst die Frucht des Heiligen Geistes.
  6. Dienst: Gott nimmt deinen Schmerz und verwandelt ihn in eine Botschaft des Lebens. Er nimmt dein Versagen, deine Unfähigkeit, deine Schwachheit und lässt sie anderen zum Segen werden. Wer kann Eltern eines Kindes mit Down-Syndrom besser helfen, als Eltern, die selbst ein solches Kind haben? Wer kann einem Suchtkranken besser helfen, als jemand, der selbst mit der Sucht gekämpft und gesiegt hat? Dein Dienst wächst aus deiner Schwachheit. Gott wird umso mächtiger sein und so können wir Frieden haben, auch wenn manches sinnlos erscheint, weil Gott uns nie verlässt.

Mit herzlichem Gruss
Stefan Kym