Gottes Liebe erfahren und weiterschenken

Kirche mit Hoffnung

Leben in der Fülle

Januar 2016

Ein neues Jahr beginnt. Was wird es wohl bringen? Leben in der Fülle? Jesus Christus sagt in Joh 10,10: Ich aber bin gekommen, um ihnen Leben zu bringen – Leben in ganzer Fülle.

Das wäre es doch, oder? Was aber ist Leben in der Fülle, wie es uns Jesus geben möchte? Dieser Frage wollen wir, verteilt auf drei Predigtreihen, über das Jahr 2016 nachgehen.

Ein kleiner Vorgeschmack soll unseren Appetit auf mehr wecken. Dabei greife ich auf die Schulung von Thomas Härry Ende Oktober in der FEG zurück. Thomas hat von zwei Welten gesprochen, in denen wir Christen leben können. Auf der einen Seite ist die sichtbare Welt. Darunter fällt mein tägliches Bibellesen, meine guten Taten, mein Gottesdienstbesuch, meine fromme Sprache, mein Anbeten, mein Dienst in der Gemeinde und Welt usw. Auf der anderen Seite steht mein verborgenes Inneres. Was denke ich beim Zuhören im Gottesdienst? Was sind meine Motive des äusseren Tuns und Lassens? Wie sehen meine Sehnsüchte aus? Und ganz zentral: Liebe ich Jesus oder handle ich nur religiös? Stimmt mein äusseres Handeln mit meinem inneren Sein überein? Die Bibel sagt in Spr 4,23: Mehr als auf alles andere achte auf deine Gedanken (auf dein Herz), denn sie entscheiden über dein Leben. Die Bibel legt den Wert nicht auf unser Äusseres, sondern auf unser Inneres. Wenn Inneres und Äusseres nicht übereinstimmen, dann leben wir schizophren (als gespaltene Persönlichkeit), wir machen uns und den Menschen etwas vor. So stelle ich mir Leben in der Fülle definitiv nicht vor!

Leben in der Fülle hat mit dem zu tun, was Gott mit Abraham vorhatte, als er 99 Jahre alt war. Da fängt ja das Leben erst an. In 1Mo 17,1 lesen wir: Als Abram 99 Jahre alt war, erschien ihm der HERR und sagte zu ihm: »Ich bin Gott, der Gewaltige. Führe dein Leben in enger Verbindung mit mir und halte dich ganz an mich Im Text wird ein Wort verwendet, das heisst tamin. Am besten übersetzt man das Wort wohl mit „Lebe ungeteilt (tamin) vor mir, lebe nicht zwiespältig!“ Wer ganz mit Gott lebt, wer in jeder Lebenslage mit Gott lebt, der lebt in der ganzen Fülle, die Jesus uns geben möchte. Wer ganz bei Gott ist, der erlebt in jeder Lebenslage Gottes Leiten, Tragen, Jubilieren, Trauern, Triumphieren u.v.a.m. Ganz mit Gott leben ist Leben in ganzer Fülle.
Leben in der Fülle ist also kein Überfliegerdasein. Es ist kein Leben, das immer auf dem höchsten Punkt der Welle reitet. Leben in der Fülle ist auch nicht schwer oder ein riesen Krampf. Leben in der Fülle ist nahe, ganz, ungeteilt bei Jesus sein und zwar mit unserem inneren wie auch mit unserem äusseren Sein und Tun. Dazu bist du eingeladen. Gott ganz zu erkennen und zu erfahren. Dein Vater wartet auf dich und will mit dir, wie mit Abraham, durchs kommende Jahr und ganze Leben gehen. Was für eine hoffnungsvolle Perspektive. Wir dürfen erfahren, dass Gott immer da ist, bei jedem Schritt und Tritt in unserem Alltag. Auf den Höhepunkten unserer Gefühle und auch im tiefen, dunklen Keller – wow! Leben in ganzer Fülle ist so viel mehr als ein lässiges, cooles Gefühl. Es hat zu tun mit Wahrheit, Freiheit, echtem Leben, mit deiner Identität, mit Gottes Gnade, Kraft und mit Jesus Christus, der Quelle unseres Lebens.

Joh 10,10: Ich aber bin gekommen, um ihnen Leben zu bringen – Leben in ganzer Fülle.

Thomas Härry sprach auch über seine drei Entscheidungen, warum er am Sonntag in den Gottesdienst geht:

  • Weil er mit anderen zusammen Gott anbeten will (das geht alleine schlecht).
  • Weil er hören möchte, was Gott ihm zu sagen hat.
  • Weil er den Wunsch in sich trägt, einem Menschen im Gottesdienst zu dienen.

Wie würden wohl unsere Gottesdienste aussehen, wenn alle von uns diese drei Absichten in sich tragen würden? Ich bin dabei, du auch?
Als Gemeinde sind wir Gottes Werkzeug in Effretikon und Umgebung und bis an das Ende der Welt. Ich bin gespannt, was Gott mit uns dieses Jahr vorhat. Ich möchte ganz mit ihm leben. Leben in ganzer Fülle.


Mit herzlichem Gruss
Stefan Kym