Gottes Liebe erfahren und weiterschenken

Kirche mit Hoffnung

Was gibt mir die Gemeinde?

Editorial Mai/Juni
Was gibt mir die Gemeinde?

Vielleicht hast du dir diese Frage auch schon gestellt. Ich würde gerne umgekehrt fragen: «Was gibst du den Gemeindegliedern?» Ich mache mich stark für eine auftragsorientierte Gemeinde. Kommen wir bei einer solchen Prioritätenfolge nicht zu kurz? Ich glaube nicht. Gerade das Gegenteil ist der Fall! Meine Aussage beruht auf einem biblischen Prinzip:

Mt 6,33: Sorgt euch zuerst darum, dass ihr euch seiner Herrschaft unterstellt und tut, was er verlangt, dann wird er euch schon mit all dem anderen versorgen.

Ich habe vor kurzem folgende zwei Sätze gelesen: «Jeder Christ soll die Möglichkeit haben und die Verantwortung wahrnehmen, durch seinen Beitrag zur Erfüllung des Auftrages der Gemeinde mitzuhelfen. Dadurch ergeben sich geistliche, emotionale und zwischenmenschliche Segnungen, die man sonst in der Welt nirgends erfahren kann.»

Sofort stellt sich natürlich die Frage: «Was für Segnungen?» Darauf möchte ich gerne eine Antwort geben.

Die grösste Segnung ist die, dass uns Jesus in und durch die versammelte Gemeinde persönlich begegnet! Jesus ist da gegenwärtig, wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind (Mt 18,20), in der Gebetsstunde, in der Kleingruppe. Die Fülle seiner Gegenwart hat Gott uns jedoch in der ganzen versammelten Gemeinde verheissen. In Offb 2,1 lesen wir: Das sagt ... der inmitten der sieben goldenen Leuchter wandelt (Vgl. Offb 1,20). Inmitten der sieben goldenen Leuchter wandeln meint, dass Jesus durch seinen Heiligen Geist inmitten der versammelten Gemeinde sein Leben führt, sich mitteilt und offenbart, im Geben, Hören, Reden ... Jesus, das Haupt seiner Gemeinde, teilt sein Leben mit uns und begegnet uns. Er gibt uns Impulse, durch die Verkündigung seines Wortes, Lieder, Gebete, Gemeinschaft ... Hattet ihr in den Gottesdiensten auch schon den Eindruck, als hätte Jesus direkt zu euch geredet? Nirgendwo sonst können wir Jesus so tief begegnen, wie in der versammelten Gemeinde, die sich auf Jesus ausrichtet. Wenn Jesus da ist, dann will ich auch da sein und möglichst keine Begegnung mit ihm und seinen Impulsen verpassen!

Aus den Aufträgen Gottes gibt es weitere Segnungen:

Wir ehren Gott durch Tat und Wort: Die Anbetung Gottes hilft mir, mich auf Gott auszurichten, die Beziehung zu ihm zu vertiefen und Gottes Kraft für den oft rauen Alltag zu beziehen.

Wir laden Menschen ein zu Jesus und seiner Gemeinde: Die Evangelisation und Mission der Gemeinde hilft den Missionsauftrag persönlich mitzutragen. Es entsteht Frucht für die Ewigkeit und wir bekommen ewigen Sinn im Leben.

Wir helfen Menschen Jesus Christus nachzufolgen: Die Jüngerschaft hilft den Glauben zu vertiefen und geistlich zu wachsen. Sie verbindet mich mit anderen Menschen und so können wir uns gegenseitig Stärkung und Hilfe sein.

Wir dienen und geben – in der Familie, Gemeinde, Stadt und Welt: Der Dienst in einer Mitarbeit hilft Talente und Stärken der eigenen Persönlichkeit zu entdecken und zu entfalten.

Wir verbreiten Hoffnung, weil wir die Wiederkunft von Jesus erwarten: Die Ausrichtung auf die Wiederkunft von Jesus schenkt eine tiefe Lebenshoffnung und eine ewige Perspektive fürs Leben.

Wir beten – ohne Jesus wollen wir nichts tun: Das Gebet schenkt uns tiefe Begegnung mit Gott, Hoffnung und verändert unser Leben und das von anderen Menschen.

Gott will für jeden von uns, dass wir mithelfen, damit sein Leib, die Gemeinde aufgebaut wird. Ich lade euch herzlich dazu ein. Den grössten Segen wirst du da empfangen, wo du nicht mit der Erwartung kommst, dass deine Probleme, Verletzungen und Nöte gelöst werden, sondern, wo du vorbereitet kommst, um ein Werkzeug für Gott zu sein, damit der Gemeinde – Jesu Leib – gedient werden kann (vgl. biblisches Prinzip Mt 6,33). Lass dich von Gott für andere gebrauchen, damit ER durch dich anderen dienen kann (1Petr 4,10). Dabei wirst du das Wirken Gottes am tiefsten erleben. Je mehr Personen mit dieser geistlichen Haltung anwesend sind, desto mehr kann Gott den Nöten, Schmerzen, Bedürfnissen und Problemen einzelner dienen. Diese Haltung möchte ich mit euch zusammen vermehrt leben – hilfst du mit?

Herzliche Grüsse Stefan Kym